Anwendungsgebiete und Limitierungen der amtlichen Statistik für die regionale Versorgungsforschung. Ein Diskussionsbeitrag der AOK Nordost am Beispiel der koronaren Herzkrankheit.
Regionale Analysen chronischer Erkrankungen in Abrechnungsdaten von Krankenkassen können einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, zukünftige Versorgungsstrukturen bedarfsgerecht zu planen. Hierbei sind neben den Abrechnungsdaten selbst auch die Daten der amtlichen Statistik von zentraler Bedeutung: Erst die Analyse des Zusammenhangs zwischen Erkrankungslast und der demografischen und sozio-ökonomischen Zusammensetzung des Wohnortes erlaubt Rückschlüsse darüber, wie sich die Erkrankungslast in Zukunft entwickeln wird. Derzeit können die Daten der amtlichen Statistik allerdings aufgrund der maximalen räumlichen Gliederungstiefe bis zur Gemeindeebene nicht ihr volles Potenzial entfalten. Dieser Beitrag verfolgt mehrere Ziele: (i) Am Beispiel der koronaren Herzkrankheit unter den Versicherten der AOK Nordost in den Ländern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg- Vorpommern soll die Verwendung von Daten der amtlichen Statistik beispielhaft vorgestellt werden, (ii) die daraus entstehenden Implikationen für die zukünftige Bedarfsplanung sollen erläutert werden und (iii) die derzeitigen Limitierungen von Daten der amtlichen Statistik sollen diskutiert und Anforderungen an diese Daten aus Sicht der Versorgungsforschung vorgestellt werden.